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Magazin Bayern wild

Liebe Leser,

mit diesem Heft entdecken Sie Bayern aus einem neuen Blickwinkel – wenn Sie faszinierende Wildtiere wie Luchs, Wolf oder Braunbär nur „weit weg“ vermuten, werden Sie erstaunt sein. Der Luchs ist schon da, dank der erfolgreichen Ausbreitung in Deutschland wird Bayern in Zukunft Wolfsland sein, und auch der eine oder andere Braunbär oder Elch wird vielleicht mal wieder einen Abstecher zu uns machen. Die Einwanderung dieser faszinierenden Tiere in ihre ursprüngliche Heimat bietet die einmalige Chance, Anschluss an die internationalen Bemühungen zum Schutz der Biodiversität zu finden. Denn während wir von anderen Staaten und ihren Bürgern enorme Anstrengungen und wirtschaftliche Einbußen zum Schutz bedrohter Arten einfordern, sieht die entsprechende Bilanz bei uns bescheiden aus.
Kaum ein Thema des Naturschutzes sorgt immer wieder für so viel Aufregung wie Wildtiere, wenn sie - scheinbar oder tatsächlich - den Menschen beeinflussen. Viele Menschen fühlen sich unsicher, wie sie damit umgehen sollen – kompetente Informationen sind selten, Panikmache häufig. Dies war in der Geschichte des Naturschutzes oft so – jeder Fortschritt musste mühsam erkämpft werden, und fast alle heute als Erfolgsstory für Mensch und Natur gefeierte Jubiläen wie Nationalparks oder das Verbot des Abschusses bedrohter Tierarten war anfangs zumindest bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hoch umstritten – egal ob in Afrika oder bei uns in den bayerischen Alpen.

Dabei werden oft längst widerlegte Fabeln, Mythen und Lügengeschichten immer wieder aufgewärmt. Oft stehen dabei wirtschaftliche Eigeninteressen im Vordergrund. Dabei halten die wildbiologische Forschung und diverse Projekte zum Schutz und Management von Wildtieren aus Deutschland, Europa und Übersee genügend Informationen und Erfahrungswerte bereit, um sich dem Thema fundierter zu nähern und für (fast) alle Fragestellungen eine Antwort zu finden.

Die Kämpfer „dafür oder dagegen“  der ersten Stunden leben oft nicht mehr, keiner erinnert sich an ihre Namen. Wenn heute aber eine Reisegruppe im afrikanischen Busch im Sonnenuntergang den Löwen brüllen hört, wenn eine Schulklasse in den bayerischen Alpen den ersten Adler sieht oder Touristen mit fachkundiger Anleitung sich auf die Spuren der deutschen Wölfe begeben, sind sich meistens alle einig: Gut, dass es so etwas noch gibt. 

Ob Wildtiere wie Bär, Wolf und Luchs in Bayern leben können, entscheiden Sie.

Schöne Stunden und tolle Erlebnisse !

Claus Obermeier

Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung